ZKAV-News

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ZKAV


Dezember 2007

 

EASV
Jahresbericht 2007
des Präsidenten


 

Mein erstes Jahr als Zentralpräsident war eine neue Herausforderung. Vieles ist gleich und trotzdem anders. Gute Zusammenarbeit mit den Unterverbänden hat höchste Priorität. Die Übernahme der WM 2008 gehört zur neuen Vorwärtsstrategie. Nachwuchsausbildung ist leider für einige Sektionen ein Fremdwort. Das gemeinsame Schützenfest im Zürcher Weinland war ein Erfolg! Im EASV müssen die vakanten Stellen „Presse“, „Ethik“ und „Sponsoring“ besetzt werden. Keine Rücktritte an der DV 2008 zu erwarten. Ausstieg aus meiner Doppelfunktion. Ich freue mich auf den Saisonhöhepunkt 2008, die WM und das Thurgauer-Kantonalfest.

 

Herausforderung angenommen

Ich möchte mich nochmals bei allen UV- und Sektions-Delegierten für die ehrenvolle Wahl an der 109. EASV Delegiertenversammlung in Berg und das damit verbundene Vertrauen bedanken. Der Schritt, mich für dieses höchste Amt zu bewerben, war alles andere als leicht! Ausschlaggebend war aber der Umstand, dass ich Ende Februar in Frühpension gegangen bin und einen Ausgleich suchte, um nicht in des berühmte „Loch“ zu fallen. Oder um nicht der einzige Pensionierte zu sein, der Zeit hat…!

Als langjähriger Kantonalpräsident im ZKAV traute ich mir das zu und ich war mir sicher, dass vieles gleich sein wird und mir die Routine und die grossen Kenntnisse in diesem Geschäft zu gute kommen. Ich musste aber schnell feststellen, dass tatsächlich vieles gleich aber trotzdem anders ist. Für mich ist der grösste Unterschied, dass ich im Gegensatz zum Präsidentenamt im ZKAV weiter weg von der Basis, den Sektionen bin und deshalb auch weniger Einfluss auf diese habe! Ich muss mich hier also ganz auf die Kollegen in den Unterverbänden verlassen können. Für mich ist deshalb klar, dass es im EASV nur ein Miteinander und kein Gegeneinander  geben kann. Die Unterverbände und der EASV müssen noch näher zusammenrücken und noch mehr nach gemeinsamen Lösungen suchen, selbst dann, wenn wir dabei Kompromisse eingehen müssen um ein Ergebnis zu finden, mit dem alle umgehen können. Das beste Beispiel war für mich der ausserordentliche. Schützenrat, an dem das neue Sektionsberechnungsmodell, welches an der DV für rote Köpfe sorgte und unlösbar schien, innert kürzester Zeit und dank der gegenseitigen Bereitschaft, Kompromisse einzugehen, zu einem für alle akzeptablen Ergebnis führte. Hier hat sich erstmals bestätigt, dass die neue Zusammensetzung im verkleinerten Schützenrat richtig ist und dass wir damit die Leute im Rat haben, welche als effizientes Gremium fachlich kompetent handeln können. Ein weiteres, wichtiges Kollegium bilden das ZK zusammen mit den UV- Präsidenten! An den jährlichen zwei UV-Präsidenten-Konferenzen, welche im Januar und September stattfinden, haben wir die Möglichkeit „am runden Tisch“ die kommenden Geschäfte der DV und des Schützenrates im kleinen Kreis zu besprechen und so darzustellen dass sie allen verständlich sind. Vielleicht habe ich soeben den Einen oder Anderen mit der Bezeichnung „Kollegium“ überrascht!  Um diese eventuelle Überraschung gleich wieder abzubauen, möchte ich hier klar festhalten, dass es nur so geht - Punkt!  Alles andere ist bei der Grösse unseres EASV und der einzelnen UV unmöglich und in jeder Beziehung kontraproduktiv! Das bedingt natürlich von Allen ein gegenseitiges Geben und Nehmen! Ich habe die Gewissheit, dass wir bereits seit einigen Jahren auf dem richtigen Weg sind und bin zuversichtlich, dass alle gewillt sind, diese guten Beziehungen und das Miteinander noch laufend zu verbessern und das bereits heutige, spürbare Vertrauen noch zu vertiefen. Genau gleich muss es natürlich auch zwischen den UV und ihren Sektionen harmonieren! Nur so wird es uns in Zukunft möglich sein, mit einer Vorwärtsstrategie neue Mitglieder zu finden und unserem Nachwuchs neue Perspektiven aufzuzeigen!

 

Die WM 2008 – ein wichtiger Schritt nach vorne

Mit der Übernahme der WM 2008 machen wir einen wichtigen Schritt! Es soll der Anfang einer Vorwärtsstrategie sein, die hoffentlich von allen getragen wird! Ein grosser Schritt, der uns Mut und die nötige Kraft geben soll, die Zukunft, erfolgreicher als auch schon zu gestalten!

Als wir den vermutlich zu kurzfristig eingeladenen Europacup absagen mussten, hat das OK dem ZK EASV den Vorschlag gemacht, dass wir uns anstelle des EC 2007 für die Weltmeisterschaften 2008 bewerben sollten. Nachdem sich auch das OK TASF Sulgen für die Integration der WM in das Kantonalfest entschieden hat, erfolgte die Bewerbung bei der IAU. Nach der erfolgten Zusage durch die IAU konnte ich mit grosser Freude und Genugtuung  Markus Roth als OK Präsident gewinnen. In Kürze war ein hochkarätiges OK gebildet, das mit Ehrenmitglied Hans Bachofner vervollständigt wurde. Mit Hans haben wir eine im Kanton Thurgau sehr bekannte Persönlichkeit, die für uns die Türen zu den richtigen Stellen geöffnet hat und noch öffnen wird! Die WM wird zweifellos einige 10'000 Franken kosten und deshalb für den EASV auch mit einem gewissen finanziellen Risiko verbunden sein! Mit dem Wissen, dass sich das ganze OK dazu bereit erklärt hat, die WM 08 spesenfrei zu organisieren und durchzuführen, war ich natürlich sehr erleichtert. Was wir aber unbedingt brauchen, sind Sponsoren. Da wir das TASF nicht konkurrenzieren wollen, ist das an und für sich schon schwierige Suchen nach Sponsoren nicht einfacher! In der Hoffnung, dass wir dem OK zu einem mehr als verdienten Erfolg verhelfen können, habe ich ein Kranzkarten-Sponsoring lanciert. Ich freue mich auf die WM 08 und die Tatsache, dass wir damit International wieder einen Akzent setzen können, der unseren Armbrustschiesssport bekannter macht und der unserem Nachwuchs auch Perspektiven aufzeigt, die über regionale und nationale Wettkämpfe hinausgehen!

 

Nachwuchsausbildung für (zu)viele ein Fremdwort

Während man an verschiedenen Fronten dabei ist, unserem Nachwuchs mit neuen Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten, zum Beispiel in einem Kantonalkader (ZKAV) oder mit der Durchführung der Weltmeisterschaften im eigenen Land aufzuzeigen, dass es auch in unserem Sport lukrative Möglichkeiten gibt, muss ich leider feststellen, dass für einige Sektionen „Nachwuchsausbildung“ ein Fremdwort ist! Wenn sich in einem der grösseren UV der Nachwuchsobmann nach spärlich eingegangenen Kursanmeldungen telefonisch bei den Sektionsverantwortlichen um Anmeldungen bemühen muss und zur Antwort bekommt: „Wir haben keinen Nachwuchsleiter mehr und führen auch keinen Kurs durch“, ist das  höchst bedenklich und wirft bei mir einige Fragen auf! Nicht zuletzt weil ich weiss, dass der betroffene Nachwuchsobmann viel Freizeit für die Ausbildung investiert und ausgezeichnete Arbeit für den Verband und unseren Sport leistet. Da es in den anderen UV kaum viel besser sein wird, führt das natürlich bei mir zu Überlegungen, die unangenehm sein könnten. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, dass man mit einem Malus/Bonus System Sektionen zur Kasse bitten müsste, die keinen Nachwuchs ausbilden um damit die zu belohnen, welche das vorbildlich machen. Aber es gibt, und das ist das Erfreuliche, auch sehr positive Beispiele! Nachdem man dem ASV Wollerau das Schützenhaus „weggenommen“ hat, haben die Verantwortlichen weder resigniert noch aufgegeben! Mit einer unaufhaltsamen Vorwärtsstrategie, guten Ideen und viel Fronarbeit hat man in Lachen SZ das stillgelegte 300m Schützenhaus, direkt neben den Sportschützen umgebaut und aus dem ASV Wollerau entstand - mit dem gleichen Vorstand und Mitgliederbestand - die neue Sektion Sportschützen Lachen. Wenn sie in dieser arbeitsintensiven Situation rund um den Umbau des Schützenhauses und mit dem Umzug von Wollerau nach Lachen den Schiessbetrieb und die Nachwuchsausbildung reduziert hätten, wäre das verständlich gewesen. Das Gegenteil war aber der Fall! Die relativ kleine Sektion schaffte in dieser Saison den Aufstieg in die höchste Kategorie (!) und der Nachwuchs qualifizierte sich für den EASV Nachwuchs-GM Final und erreichte am ZKAV GM Final mit dem 2.Rang sogar einen Podestplatz! Für mich die Sektion des Jahres, die weiss, auf was es ankommt! Eine Sektion mit Zukunft! Aber auch der von Hans Scheuss hervorragend betreute Herisauer Nachwuchs sorgte zusammen mit Routiniers, dass Herisau am Elite-GM und MM Final einen Podestplatz erreichte. Das Gleiche gelang der Nachwuchsgruppe mit dem Meistertitel am EASV Nachwuchs-GM Final in Neuhausen. Für mich die Newcomer der Saison! Die grossen Vorbilder aus Schwarzenburg lassen grüssen!

 

Schöne und erfolgreiche Tage im Zürcher Weinland

Obschon kein Unterverbandsfest durchgeführt werden konnte, geht das Jahr 2007 mit einem schiesssportlichen Novum in die Geschichte des EASV ein! Dank der Initiative von Urs Stähli, OK Präsident Zürcher Kantonalfest (300m/50m) und den Verantwortlichen in den Armbrustsektionen Andelfingen, Ossingen und Uhwiesen, wurde dezentralisiert im Zürcher Weinland, mit Festort Andelfingen, erstmals in der Geschichte des EASV ein multifunktionales Schützenfest Gewehr, Pistole und Armbrust durchgeführt. Mit einem gemeinsamen OK, Schiessplan und offiziellen Tag hat das Zürcher Kantonale nicht nur im Weinland sondern auch weit über die Kantonsgrenzen im Schiesssport Schweiz für viel Goodwill gesorgt! Unser Armbrustschiessen ist seit diesem Sommer für viele Gewehr- und Pistolenschützen bekannter und populärer geworden! Wir Schützen gehören ganz einfach zusammen und vielleicht ist dieses Modell von Schützenfesten für die Zukunft wegweisend und der Schlüssel zum Erfolg – wir bleiben dran!

 

Das Eine aufgeben um das Andere noch besser zu machen

Mit dem Rücktritt als VV EASV Präsident an der kommenden EASV Veteranen GV werde ich mein Versprechen an das ZK, die Doppelfunktion nach einem Jahr aufzugeben, einlösen! Es gab zwar keine befürchteten Gewissenskonflikte, aber ab und zu musste ich mich dennoch fragen, ob ich nichts vergessen habe oder „für wen ich was gemacht oder eben nicht gemacht habe“! Ich habe mir damit die Frage, ob es richtig ist, das eine aufzugeben, um das andere noch besser zu machen, selber beantworten können. Es ist besser! Nicht zuletzt, weil ich mit dieser Doppelfunktion an über 70 Tagen für unser Armbrustschiessen unterwegs war und dabei rund 3'500 km mit dem Auto und gegen 40 Std. mit der Bahn zurückgelegt habe.  Acht ZK-Sitzungen, 2 UV-Präsidenten-Konferenzen, rund 20 Sitzungen mit Vorstand VV EASV, Kommissionen und Arbeitsgruppen, 12 GV/DV Besuche, einige Tagungen und zahlreiche Einladungen an Events der verschiedensten Art prägten, nebst vielen Arbeitsstunden am PC zu Hause, zu einem wesentlichen Teil mein neues Pensioniertenleben. Nebenbei habe ich natürlich auch mit meiner Sektion Nürensdorf geschossen, was meine Aktivitäten rund ums Armbrustschiessen auf weit über 100 Tage erhöhte. An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Kameraden für ihr Verständnis bedanken, dass ich nebst dem Schiessen praktisch keine Zeit mehr für den Verein habe. Wer jetzt glaubt, dass ich zu jammern beginne, den muss ich enttäuschen! Ich habe keine Sitzung und keinen Anlass bereut, an dem ich dabei sein konnte! Es gab, und das ist die ebenfalls schöne Kehrseite der Medaille, auch viele gesellige Events in Schützenkreisen, die ich nicht nur beim Apéro genossen habe…!

Das Jahr mit der Doppelfunktion war aber für mich unumgänglich da ich die Zeit brauchte, um für die VV EASV einen geeigneten Nachfolger zu suchen! Einen Nachfolger der vom Vorstand genau so gut aufgenommen wird, wie ich das in den vier Jahren erleben durfte und der bereit ist, den Vorstand und die VV weiterhin im kameradschaftlichen und familiären Rahmen zu führen! Diese Zeit war gut investiert, da es mir tatsächlich gelungen ist, einen Kandidaten zu finden, dem ich und meine Vorstandskameraden das Vertrauen schenken!

 

Der Fahrplan stimmt

Ich bin der Meinung, dass wir mit dem bisher Erreichten im Fahrplan sind und dass es auch einige erfreuliche Highlights gab. Die Zusammenarbeit mit der Redaktion „Schiessen-Schweiz“ wurde erfreulich verbessert. Swiss Olympic unterstützt uns als Mitglied nicht nur finanziell sondern auch mit lehrreichen Tagungen, Workshops und ausgezeichneten Ausbildungsmöglichkeiten und die Mitgliedschaft in der IGS des SSV ist für eine gute Zusammenarbeit unter den Schützenverbänden sehr wertvoll. Ich möchte mich hier bei allen Verantwortlichen von Swiss Olympic und im SSV für die durchwegs sehr kooperative und konstruktive Zusammenarbeit und Unterstützung herzlich bedanken! Bei meinen ZK-Kameraden und allen Verantwortlichen in den Ressorts des EASV möchte ich mich, für die gute Aufnahme und die verständnisvolle Mithilfe bei der Einarbeitung in meine neuen Aufgaben, ebenfalls herzlich bedanken! Ein Dank geht aber auch an die UV-Präsidenten für die spürbare Loyalität und Unterstützung sowie an alle Verantwortlichen in den Unterverbänden und Sektionen, die wie immer dazu beitragen, dass unser geliebter Sport unfallfrei und geordnet ausgeübt werden kann! Annerkennung verdienen auch alle Verantwortlichen in den Sektionen, die im vergangenen Jahr mit einem eigenen, mehrtägigen Schützenfest oder mit der Übernahme eines Schiessanlasses für den EASV oder Unterverband unseren Wettkampfkalender 2007 bereichert haben!

 

Ich darf mich nun mit Allen auf die grossen Saisonhöhepunkte, das TASF mit der WM 08 in Sulgen und alle weiteren Anlässe in unserem Verband freuen! Ich bedanke mich bereits jetzt bei allen OK- Mitgliedern der WM 08, des Thurgauer Kantonalfestes und der übrigen Feste und Wettkämpfe für die grosse Bereitschaft und den grossen Einsatz für unseren Sport!

 

Auf Wiedersehen an der EASV DV in Uhwiesen oder bei einer anderer Gelegenheit!

 

Euer Zentralpräsident

Andreas (Res) Burkhalter